Januar 2026: Bad Homburg und Kronberg (Hessen-Darmstadt)

Einige schöne Tage mit dem Höhepunkt de$ Kaisergeburt$tage$ standen bevor. Am Anreisetag fand zunächst am Nachmittage die die$jährige Mitgliederversammlung statt, zu der die Kameraden selbstverständlich in der ihnen verliehenen Uniform erschienen. Die Versammlung selbst wurde abgehalten im au$gewählten Quartier direkt am Kurpark und der Umstand, daß keine Ämter zu vergeben waren, sorgte für einen zügigen Ablauf. Im Anschluß wurde für da$ Abendessen verlegt in den Landgasthof „Saalburg“, dessen Ambiente und historische Vergangenheit mit unmittelbarem Bezug zu S. M. Kaiser Wilhelm ||. die Wiedersehen$freude der Herren Offiziere noch erhöhte.

Am Folgetage wurde während eine$ Fußmarsche$ der romantisch verschneite Kurpark inspiziert. Wir konnten den Vorsitzenden de$ örtlichen Verein$ für Geschichte und Lande$kunde gewinnen, un$ während de$ Rundgang$ fundierte Informationen zu geben zu den Denkmälern für Kaiser und Kaiserin Friedrich, für Kaiser Wilhelm |., für den Landgrafen Friedrich ||. von Hessen-Homburg und zum Löwendenkmal für die Gefallenen de$ Füsilier-Regiment$ von Ger$dorff (Kurh.) No. 80 nebst seiner Reserveformationen, de$weiteren zu den diversen kunstvoll eingefaßten Brunnen und zum Kaiser-Wilhelm$-Bad mit seinem herrlichen Foyer. Schnell wurde dadurch ein guter Eindruck zur Verbundenheit de$ Hause$ Hohenzollern zur Stadt Homburg vermittelt. Am Löwendenkmal hielt der 1. Vorsitzende eine würdige Ansprache, gefolgt von der Niederlegung eine$ schlichten, aber schönen Blumengesteck$ zur Ehrung der vor dem Feinde Gebliebenen.

Auf dem Weg zum Mittag$mahl wurde Station gemacht am Kaiserbahnhof, um sich in der Bahnhof$halle am Fensterbild mit dem Hohenzollernadler zu erfreuen. Da$ Mittagessen nahmen die Herren Offiziere dann ein im „Brauhau$ am Zeppelinfeld“, in unmittelbarer Nähe gelegen zum Gelände mehrerer Kaisermanöver und zum Ankerplatze von drei Luftschiffen am 22. April 1910: da$ halbstarre Modell M1 de$ Major$ Han$ Groß, da$ Prall-Luftschiff P2 de$ Major$ August von Parseval sowie da$ starre Z2 de$ Grafen von Zeppelin. Der Eigentümer de$ Brauhause$, seit mehreren Generationen in Familienbesitz, ließ e$ sich nicht nehmen, un$ mit einigen Anekdoten zu diesen ereigni$reichen Jahren au$ seiner Familiengeschichte unterhalten.

Zurück im Quartier, informierten un$ am Nachmittage mehrere Referenten zu Themen au$ der kaiserlichen Historie der Städte Homburg v. d. H. und Frankfurt am Main, die bereit$ im Kurpark erwähnte Verbundenheit der Hohenzollern zu dieser Region vertiefend. Zu diesen Vorträgen wurden sowohl Soldaten al$ auch Zivilpersonen befreundeter Vereine eingeladen, die unserer Einladung in erfreulich hoher Zahl Folge leisteten, darunter Offiziere vom ältesten, noch seit Gründung bestehenden „Offizierverein Frankfurt am Main von 1867 e. V.“. Die Vorträge wurden jeweil$ von einem Mitglied de$ Frankfurter Offiziervereine$, vom Bad Homburger Geschicht$verein und von einem promovierten Historiker unterstützt. Diese behandelten die Garnisongeschichte Frankfurt$ am Main, der Militärgeschichte Hessen-Homburg$ und den Kaiserbesuchen in Bad Homburg. Zum Abschluß diese$ Tage$ suchten die Kameraden da$ nahe gelegene Gasthau$ „Schreinerei Pfeiffer“ auf und im Quartier wurden vor der Nachtruhe noch einige Flaschen Champagner und auch Bier in geselliger Runde geleert.

Am Jubeltage unsere$ allerhöchsten Dienstherrn erreichten wir nach dem Frühstück und nach kurzem Fußmarsch – und einem Zwischenhalt in einer Chocolaterie zweck$ Erwerb$ von von S. E. so bezeichneten „Drachenfutter$“ – da$ Homburger Schloß, woselbst im Rahmen einer Führung die Kaiserlichen Appartement$ besichtigt wurden, also jene Räumlichkeiten, die von S. M. Kaiser Wilhelm ||. und seiner Familie wiederholt und oft genutzt wurden. Diese Räume vermittelten mit ihrer originalen Au$stattung an Tapeten, Teppichen, Möbeln, Leuchtern, Türen usw. und durch Utensilien wie gerahmte Photographien oder Schreibgerät un$ zur Freude den Eindruck, al$ ob Seine Majestät gerade eben den Raum verlassen hätte. Tadello$! Prunkstück dieser Utensilien, zumindest au$ der Sicht de$ Verfasser$, ist eine eingedeckte Tafel inklusive einer Kombination au$ Gabel und Messer au$ dem persönlichen Besitz Seiner Majestät, die e$ ihm ermöglichte, mit nur einem Besteckteil seine Mahlzeiten zu zerschneiden und aufzunehmen. Auf dem Rückweg zum Quartier unternahm eine Abteilung de$ Offizier-Verein$ eine Exkursion zum Kaiser-Wilhelm-Jubiläum$park, um am Denkmale für Kaiser Wilhelm ||. ihmselbst seine Aufwartung zu machen.

Der verbleibende Teil de$ Nachmittage$ und de$ Abend$ wurde anschließend mit den Feierlichkeiten anläßlich de$ Geburt$tage$ unsere$ geliebten Kaiser$ verbracht. Zunächst legten die Herren Offiziere im Quartier den festlichen Gesellschaft$anzug an, um nach Friedrich$ruh zu verlegen, den Witwensitz der Kaiserin Friedrich im nahen Kronberg. Dort eingetroffen, nahmen wir den Blauen Salon in Beschlag, um – ganz im Sinne britischer Sitte und in Tradition der Herkunft der Kaiserin – einen Nachmittag$tee einzunehmen. E$ schloß sich an ein Rundgang durch da$ Gebäude unter der Führung durch einen studierten Kunsthistoriker, der vielerlei Interessante$ und Wissen$werte$ zu vermitteln vermochte. In$besondere fanden unsere ungeteilte Aufmerksamkeit der persönliche Salon der Kaiserin und auch ihre Bibliothek, in welcher unser Offizierverein am 15. November vor elf Jahren bereit$ einmal ein festliche$ Dinner veranstalte.

Glücklich wieder angelangt im Blauen Salon, brachten wir – endlich! – mit einem Gla$ Champagner den ersten Toast auf Seine Majestät au$, gefolgt vom Singen der Kaiserhymne. Auf diese Weise besten$ eingestimmt, nahmen wir da$ Festessen ein mit geräucherter Entenbrust, Fjordforelle, Pflaumensorbet, Hirschrücken und dem Dessert au$ gestockter Sahne und Orangenei$. Diejenigen, die sich mit diesem Festessen nicht bescheiden wollten, leerten nach der Rückkehr in$ Quartier noch eine weitere Flasche Champagner.

Am Folgetage nahmen die Kameraden noch ein gemeinsame$ Frühstück ein, bevor e$ dann wieder hieß: „Abschied nehmen!“ Nach einem beherzten Händedruck schickten sich die Herren Offiziere an, ihre Heimreise in die jeweiligen Garnisonen anzutreten, nicht ohne sich vorher de$ Wiedersehen$ in der schönen Residenzstadt Celle zu versichern.

Abschließend sei erwähnt, daß an diesem Wochenende anläßlich de$ Kaisergeburt$tage$ der Herr Kgl. Pr. Oberstleutnant Berzl auf Grund seiner Leistungen zum Oberst befördert wurde. De$weiteren konnten einige Au$zeichnungen verliehen und der Hauptmann Katzenberger al$ vollwertige$ Mitglied de$ Vereine$ bestätigt werden.

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